Hebräer 8:11 … kein Missionsauftrag ?

Weiter geht es mit dem 8. Kapitel des Hebräerbriefes. Auch hier wird wieder verglichen zwischen dem alten Bund mit ihren Hohepriester und dem neuen Bund mit Jesus als „Chef“.

Und Leute lest euch den Vers 11 durch. Da steht geschrieben:

Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen …“ Hebr. 8:11

und in Jeremia 31:33-34 können wir lesen:

Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen will, wird völlig anders sein: Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein«, sagt der Herr.
»Niemand muss dann noch seinen Nachbarn belehren oder zu seinem Bruder sagen: ›Lerne den Herrn kennen!‹ Denn alle werden dann wissen, wer ich bin, von den Geringsten bis zu den Vornehmsten. Das sage ich, der Herr. Ich will ihnen ihren Ungehorsam vergeben und nie mehr an ihre Schuld denken.«

Wow.

Und wenn das so ist, dass jeder vom Herzen her genau weiß, was gut und schlecht, was richtig oder falsch, was Gott liebt oder hasst, dann wäre es doch völlig überflüssig, wenn wir große Missionsveranstaltungen planen. Dann bräuchten wir  nicht den Nachbarn oder Kollegen von unseren Glauben erzählen, denn die wüssten ja eh schon alles…. Alles schon drin im Herzen.

Ein Pastor auf der Kanzel wird auch nicht mehr gebraucht.

Und überhaupt: man könnte doch jedes Theologiestudium in die Tonne kloppen.

Aber wenn wir uns in unserem Alltag umschauen, dann sieht es sehr düster aus. Gewalt, Unfrieden, Betrug, Missgunst, Neid, Hass – das zeugt nun nicht gerade davon, dass hier alle wissen, was Gott will und meint.

Wie ist also der Kontext zu dieser Bibelstelle?

Hat jemand eine Ahnung?

 

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2 Kommentare zu „Hebräer 8:11 … kein Missionsauftrag ?

  1. Moin! Gerade bin ich auf deinen für mich sehr interessanten und spannenden blog gestoßen.
    Und gleich wage ich mal einen Kommentar.

    Diese Hebräer-Stelle ist tatsächlich verwirrend. Und sie zitiert im Grunde ja auch nur die angegebene Jeremia-Stelle. Aber wenn das jetzt und hier und für alle und immer ab jetzt gelten würde, wäre es in der Tat unsinnig von Jesus gewesen, uns zu sagen „Geht hin in alle Welt und lehret alle Völker.“ Also kann die Hebräer-Stelle nach meiner Auffassung noch nicht gelten, denn ich nehme nun wirklich nicht an, dass Jesus Unsinn geredet hat.

    Ich verstehe es vielmehr so:
    Jeremia spricht das Volk Israel an, also Gottes Volk. Es ist eine Verheißung für die Kinder Gottes – zu dieser Zeit eben NUR das Volk Israel.

    In dem Hebräerbrief spricht jemand (genau weiß man nicht, wer das war) eine christliche Gemeinde an, deren Mitglieder vor ihrer Bekehrung vermutlich eher Heiden und keine Juden gewesen waren. Und diese Gemeinde hatte offensichtlich ein paar Probleme mit ihrem Glaubensleben. Kommt ja mal vor. 😉

    Der Verfasser erklärt mit dem Zitat aus Jeremia und auch an anderen Stellen nochmals den „alten“ Bund und sagt, dass eben dieser mittlerweile „veraltet“ ist und so wie damals jetzt nicht mehr gilt. Dafür gibt es eben jetzt diesen „neuen Bund“ in Christus – also das neue Testament, das mit seinem Opfer besiegelt wurde (da ohne Tod ja kein Testament vollstreckt werden kann, argumentiert er – ganz logisch nach schöner, alter griechischer Rhetorik-Tradition).

    Und dieses neue Testament, dieser neue Bund sagt, dass wir mit diesem Schritt Jesu, mit seinem Opfer (das im Gegensatz zu den alttestamentarischen Opfern eben nur EINMAL gebracht werden musste), den Weg zu Gott gebahnt bekommen haben.

    Soweit der Kontext wie ich ihn weiß.

    O.K. „Wir machen den Weg frei“ – verstanden. Schön, so’n freier Weg. Hinsetzen, gucken, bewundern. Yeah. Freier Weg! Freie Bahn!
    Die Frage ist nur: Wie komme ich zum Ziel? Das würde bedeuten, ich muss ihn auch gehen, diesen freien Weg. Klar, das weiß man ja so als Christ.

    Eben. Das weiß man als Christ. „… und sie werden mein Volk sein“, sagt Gott.
    „Gehet hin in alle Welt…“ sagt Jesus

    Und deshalb verstehe ich die Hebräer-Stelle so, dass mit „alle“ diejenigen gemeint sind, die zu Gott finden. Oder die er findet – wie du willst. Alle, die Jesus annehmen.

    Und da das (noch) nicht die komplette Weltbevölkerung ist ;-), gibt es eben all diesen Mist (noch). Ich verstehe diese Stelle auch als Verheißung für die Zukunft, genau wie es die Jeremia-Stelle war.

  2. Hallo liebes Landei,
    ich freue mich, dass du auf meinen Blog gefunden hast.
    Ja, natürlich kann es nicht sein, dass der Hebräer-Brief die Aussage Jesu in Matthäus Kapitel 24 außer Kraft setzt, da hast du recht.
    Aber beim Lesen der Bibel springt mich so manches mal etwas an, wo ich mir dann sage: Halt, stopp, wie war das doch mal gleich?
    Was ich hier so manchmal dahin schreibe, sind wirklich so die ersten unsortierten Gedanken und das isses, was mir Spaß und Freude bereitet.
    Und wenn dann noch so ein super ausführlicher Kommentar kommt, lerne ich noch richtig dabei.
    Vielen Dank!

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