Hebräer 9 … Leben und sterben

„Der wollte nicht leben, der wollte nicht sterben will. Denn das Leben ist uns mit der Bedingung des Todes geschenkt. Es ist der Weg zu diesem Ziel. Unsinnig ist es daher, den Tod zu fürchten: denn nur das Ungewisse fürchtet man, dem Gewissen sieht man entgegen.

Der Tod bedeute eine gerechte und unabwendbare Notwendigkeit. Wer sollte sich beklagen, in einer Lage zu sein, in der sich ausnahmslos alle Menschen sich befinden. Das vornehmste Gesetz der Gerechtigkeit ist die Gleichheit. Daher wäre es unangebracht, der Natur dies vorzuhalten, dass sei für uns kein anderes Gesetz gelten lassen wollte als für sich selbst.

Was sie vereinigte, trennt sie wieder, und was sie trennte, vereinigt sie wieder.“

(Seneca)

Oh, das klingt ja nüchtern. Aber es stimmt. Jeder, ausnahmslos jeder, wird einmal sterben.

Ich. Du. Alle.

Ich glaube, wovor wir uns dabei am meisten fürchten, ist wohl das WIE. Keiner will jahrelang in irgendeinem Pflegeheim vor sich dahin vegetieren. Am liebsten ist es wohl jeden, abends einzuschlafen und morgens nicht mehr aufzuwachen. Passiert aber meist so nicht.

Dies ist hier gar nicht das Thema. Wir werden sterben und dann geht es ab vor das Gericht.

Wie war mein Leben, wie war dein Leben? Dann ist Verantwortung angesagt. Wer kann von sich sagen, dass er in seinem Leben nie Mist gebaut hat, nie etwas falsches gesagt oder getan hat? KEINER. Nicht einer. Im Gegenteil.

Eine Schuld nach der anderen laden wir uns auf. Täglich, stündlich, minütlich.

Wie gern möchten wir dann, wenn wir am Ende der Tage vor Gott stehen, so vieles ungeschehen machen. Was haben wir nicht alles gesagt, getan oder aber auch nur gedacht? Wie viele Menschen haben wir dabei verletzt? Auch in Gedanken.

Überlegt einmal, was in den letzten 24 Stunden alles passiert ist. War alles bei dir okay? Bei mir nicht.

Und welch unsagbares Glück haben wir Christen, dass das alles nicht vor Gott zählt? Alles weg, nichts passiert. Unser großartiger Herr Jesus hat alles schon bezahlt. All das, was wir tagtäglich Gruseliges angestellt haben, es so sehr bereuen und Jesus vor die Füße geworfen haben.

Nein, es macht uns nicht frei davon, dass wir  all das, was wir anderen angetan haben, wo wir schuldig geworden sind, gut wie auch nur möglich, wieder in Ordnung zu bringen, sich zu demütigen und sich zu entschuldigen.

Aber vor Gott können wir dann gerade stehen, weil er weiß, sündlos zu leben … das können wir nicht, dass steckt in unseren Genen drin, wir können uns nur bemühen, täglich, stündlich, immer.

„So wie jeder Mensch nur einmal sterben muss, kommt er vor Gottes Gericht,…“ Hebräer 9:27

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: