Merkt man, dass du Christ bist?

Weiter geht’s mit dem nächsten Bibelvers und der Betrachtung von Ernst Modersohn:

Bei einem ihrer Raubzüge nach Israel hatten die Syrer ein junges Mädchen entführt. Das war als Sklavin zu Naamans Frau gekommen. Einmal sagte sie zu ihrer Herrin: „Wenn mein Herr doch zu dem Propheten gehen könnte, der in Samaria wohnt! Der würde ihn von seinem Aussatz heilen. 2. Könige 5:2-3

Als Sklavin kommt das junge Mädchen in Naamans Haus. Der Marschall ist an Aussatz erkrankt, er muss von den übrigen Familienmitgliedern isoliert werden; das bedingt eine Vergrößerung der Dienerschaft. Zuerst wird es das Mädchen sehr schwer empfunden haben, gerade in Naamans Haus zu kommen. War er doch der syrische Feldherr, der ihre Heimat überfallen und geplündert hatte!

Aber bald sah sie : Mein Herr und seine Frau sind noch viel unglücklicher als ich, denn Naaman ist aussätzig und deshalb dem Tode verfallen und – dabei haben die bedauernswerten Leute keinen lebendigen Gott! Ein tiefes Mitleid zog in das Herz des Mädchens ein.
Sie dachte, wenn ich dich meinen armen Herrn doch helfen könnte!

Plötzlich fiel ihr der Prophet Elisa ein. Er hatte ja mal einen Knaben auferweckt, der an Sonnenstich gestorben war. Wenn er das konnte, dann konnte er doch gewiss auch ihren Vorgesetzten vom Aussatz erretten!

Endlich fasste sie sich ein Herz, klopfte an die Tür der Herrin und brachte ihre Botschaft vor: „Ach, dass mein Herr bei dem Propheten von Samaria, der würde ihn von seinem Aussatz losmachen!“ Die Herrin horchte auf. „Was sagst du da, Kind? Was ist das mit dem Propheten zu Samaria?“ Und nun musste das Mädchen alles erzählen, was sie von dem Gottesmann er Heimat wusste.

Staunend, hoffnungsvoll hörte die Frau zu. Ein Hoffnungsstrahl fiel in ihre Kummernacht hinein. Ja, wenn der Mann das täte! – Was dürfen wir daraus schließen, dass die Botschaft des Mädchens bei ihrer Herrschaft auf so einen guten Boden fiel, dass der Marschall daraufhin zum König gng und um Urlaub bat?

Gewiss war das Mädchen zuverlässig und gewissenhaft, sonst würde man ihren Worten nicht ein solches Vertrauen entgegen gebracht haben. Wäre sie untreu gewesen in ihrer Arbeit, geschwätzig, verlogen, dann hätte ihre Herrin gesagt: „Ach, was die sagt, darauf kann man nichts geben!“

Aber man kannte sie als treu und sorgfältig in allem Reden und Tun, darum schenkte man ihr auch jetzt ein solches Vertrauen. Wieviel kommt doch darauf an, dass wir in unserem irdischen Beruf, welcher Art er auch immer sein mag, treu und gewissenhaft sind! Nur wenn wir das sind, wird auch das Zeugnis unseres Glaubens gewertet und angenommen werden.

Und dazu sind doch alle die berufen, die gläubige Christen sind. Wir können nicht wie Kain sagen: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Nein, wer selbst an Gott glaubt, der wird auch den Wunsch des Mädchens verstehen: Ach, dass der arme Mensch bei dem Propheten von Nazareth wäre,.der würde im vom Aussatz der Sünde helfen und ihm ewiges Leben geben! Ja, wer Gott als den Helfer kennt, der kann und darf es nicht für sich behalten.


Das wäre dann das riesengroße Thema, dass man Christen in der Öffentlichkeit auch als Christen wahrnehmen sollten.

Ist es so? Kann man durch die Straßen gehen und merken, wer ist Christ, wer nicht?
Oder in der U-Bahn? Da sitzt man sich gegenüber und müsste doch merken, wer eine lebendige Beziehung zu Gott hat. Das müsste sich doch im Gesichtsausdruck bemerkbar machen?

Also ich finde nirgendwo einen Unterschied. Ich sehe meckernde Christen und freundliche Nicht-Christen und umgekehrt.

Ist es der Zeitgeist, dass jeder Christ oder Nichtchrist in irgendein anderen Hamsterrad steckt?

Und ich? Merkt man mir es an? Würde ein Nichtchrist in meiner momentanen schwierigen Situation anders sein?
Ich weiß es nicht.

smilie_girl_289.gif                 smilie_girl_289.gif               smilie_girl_289.gif

 

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: