Was Hänschen lernt …

Und weiter geht es mit dem 2. Vers von 2. Könige 5, ein Kommentar von Ernst Modersohn:

 Bei einem ihrer Raubzüge nach Israel hatten die Syrer ein junges Mädchen entführt. Das war als Sklavin zu Naamans Frau gekommen. 2. Könige 5:2

Eine traurige Geschichte, die uns in diesen wenigen Worten erzählt wird! Was für ein Meer von Herzeleid in denselben! Mit einem Male, wahrscheinlich mitten im Frieden, brechen die Syrer herein und überfallen den Ort.

Die Männer, die sich zur Wehr setzen, um für Frau und Kind, für Haus und Hof zu kämpfen, sind bald nieder gemacht, von der Übermacht überwältigt. Nun geht es ans Plündern und Rauben.

In einer langen Karawane zusammengekoppelt, werden Frauen und Mädchen abgeführt, um in Syren in die Sklaverei verkauft zu werden. Was für ein entsetzliches Geschick!

So verließ das junge Mädchen, von dem wir hier hören, die Heimat. Das war ein trostloser Abschied! Mutterseelenallein, fern von Vater und Mutter, in die fremde, kalte Welt hinaus gestoßen zu werden, wo sie niemand verstehen konnte, wo niemand Jahwe kannte und verehrte – wie schwer war das! Das arme Mädchen!

Und doch war sie nicht arm, denn sie nahm etwas mit aus ihrer Heimat, was mehr wert war als Silber und Gold und Kisten voll Leinwand und Heiratsgut. Sie nahm den lebendigen Glauben an den lebendigen Gott mit.

Den hatte sie daheim gelernt, und der kam ihr jetzt gut zustatten. – Wie wichtig ist es doch, dass unsere Kinder, wenn sie einmal früher oder später das Elternhaus verlassen, diese Ausrüstung mitnehmen! Es ist wohl gut, wenn Eltern ihre Kinder etwas Ordentliches lernen lassen, damit sie sich einmal ihr eigenes Brot verdienen und auf eigenen Füßen stehen können.

Und doch, das genügt nicht. Wichtig ist, dass sie aus dem Elternhaus die Erinnerung  mitnehmen an den lebendigen Glauben von Vater und Mutter, ja, dass sie selber zu solch einen Glauben gekommen sind. Es ist eine große Verantwortung, die alle Eltern tragen, dass sie ihre Kinder durch gute Lehre und vor allem durch ein lebendiges Vorbild und Beispiel auf Gott, den Herrn, hinweisen und sie ihm nahe bringen.

Wenn sie im Elternhaus dieses Vorbild gesehen haben, dann stehen sie später im Kampf des Lebens ganz anders da, als wenn es daran gefehlt hat. Die Mutter des jungen Mädchens aus Israel hat jedenfalls die Zeit genutzt, um guten Samen in das Herz des Kindes zu sehen. Als das arme Kind nun so jählings aus der Heimat fortgerissen wurde, ging  sie nicht allein in die Fremde, sondern wusste: der Herr geht mit mir!

Sie wäre ja sonst vergangen in ihrem Elend. Nun hielt sie die Nähe Gottes, nun hielt der Glaube an ihn sie aufrecht. Und darum wurde sie nicht nur selbst getröstet, sondern sie konnte auch dem Hause, in dem sie als Sklavin kam, zum Segen werden. Gott wolle Gnade geben, dass auch unsere Kinder alle zum lebendigen Glauben an ihn gelangen!


Wenn ich das so lese, wünschte ich mir, dass meine Eltern mir auch so ein Start mitgegeben hätten. Es wäre vielleicht manches einfacher geworden.

Meine Eltern sind/waren Atheisten. Und so bin ich erzogen wurde. Kirche ist doof, da gehen nur Kranke und Alte hin.

Oder Karl Marx: Religion ist das Opium des Volkes …

Zum Glauben, zu Jesus Christus, zu unseren himmlischen Vater bin ich erst als erwachsene Frau gekommen. Und das ganz bewusst.

Die Variante, die vielen Namenschristen haben, als Baby getauft und von da ab jedes Weihnachten in die Kirche – blieb mir erspart. Mittlerweile kenne ich einige davon. Eine lebendige Beziehung zu unserem Gott, die auch den Alltag bestimmt – ist in unseren christlichen Abendland nicht wirklich verbreitet. Und „Segen sein“ in einer unchristlichen Umgebung – da fällt mir  fast überhaupt kein Beispiel ein. Gibt es aber bestimmt. Aber die allermeisten (ich eingeschlossen) lassen uns derart von unseren äußeren Umständen beeinflussen und flehen unseren himmlischen Vater an, wenn es nicht so läuft wie wir es uns wünschen.

Und somit war der heutige Bibelvers ein wunderbares Beispiel dafür, woran ich noch mächtig zu arbeiten habe.

Danke.

 

smilie_girl_157.gif

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: